 |
| Abb.: Hallimasch-Fruchtkörper am Stamm |
Symptomatik und Biologie:
Der Hallimasch kann nahezu alle Laub- und Nadelgehölze, einschließlich vieler Obstarten befallen. Er tritt allerdings weniger an Straßenbäumen sondern eher in wald- und parkähnlichen Beständen schädigend auf. Beim Hallimasch handelt es sich aber nicht nur um eine Art (Armillaria mellea) sondern um mehrere. Heute wird von etwa acht Hallimasch-Arten ausgegangen. Sie alle unterscheiden sich wesentlich in ihrer geographischen als auch ökologischen Verbreitung, ihrer Wirtsspezifität und auch Pathogenität. Gefährlich sind insbesondere die beiden Arten Armillaria mellea (Honiggelber Hallimasch) und A. ostoyae (Dunkler Hallimasch).
Die Fruchtkörper des Hallimasch erscheinen meist im Herbst, oft in Gruppen direkt am Stammfuß aber auch am Stamm selbst. Der Stiel ist bei beiden Arten beringt, der Hut rötlichbraun, 5 bis 15 cm groß. Die weißlichen Sporen zeigen sich an liegendem Holz als dichter Belag recht deutlich. Gesunde, vitale Bäume greift der Hallimasch grundsätzlich nicht an, er befällt bevorzugt durch diverse Stressfaktoren (Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel, Schädlingsbefall) geschwächte Pflanzen. Der Pilz dringt über Wunden oder auch über die Rinde der Wurzeln aktiv ein. Er wächst im kambialen Bereich zwischen Rinde und Holz weiter und tötet dort das Gewebe ab, daher auch die Bezeichnung Kambiumkiller. Eine andere Möglichkeit ist der Befall des Kernes, wo er eine Weißfäule verursacht, was zu bruchgefährdeten Bäumen führt. Die Bäume können nach kurzer Zeit, aber auch oft erst nach mehreren Jahren absterben. Weitere Schadbilder sind Welkeerscheinungen und Kümmerwuchs sowie bei Koniferen Harzaustritt an der Stammbasis.
Neben den auffälligen Fruchtkörpern zeigt der Pilz zwei weitere für die Diagnose einsetzbare Pilzstrukturen. Löst man frisch befallene Rindenpartien ab kommt darunter ein weißes, flächiges Myzel zum Vorschein, das im Dunkeln leuchtet. Das andere Erscheinungsbild sind die Rhizomorphen, praktisch Schnürsenkeln vergleichbare Stränge (dunkelbraun, bis zu 3 mm dick, kreisförmiger Querschnitt). Diese Strukturen finden sich ganzjährig im Wurzel- und damit Bodenbereich als auch in älteren Befallsstellen am Stamm wieder. Die Zuodnung des "Hallimasch" als Speise- oder Giftpilz für den Menschen beim Verzehr ist nicht abschließend geklärt, unter Umständen spielen hier neben den unterschiedlichen Armillaria-Arten weitere Einflussfaktoren eine Rolle.
|