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| Abb.: Fruchtkörper an Holunder |
Symptomatik und Biologie:
Das Judasohr (Auricula auricularia-judae, Synonym: Hirneola auricula-judae) ist ein Schwächeparasit als auch Saprophyt, der bevorzugt an älteren Sträuchern (Triebe, Schnittflächen vom Astwunden) vom Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) auftritt (Weißfäuleerreger). Systematisch gehört er zur Ordnung der Auriculariales innerhalb der Klasse der Basidiomycetes (Ständerpilze), wobei die Basidie bei mikroskopischer Betrachtung quer zur Längsrichtung geteilt ist und die Basidiosporen an langen Sterigmen sitzen. Die rötlich-violett bis bräunlichen (essbaren) Fruchtkörper erreichen eine Größe von 6-9 cm, sind ohrförmig geformt ("Ohrläppchenpilz", "ear wood" im englischen Sprachraum), von gallertartiger Struktur und sitzen hier schwach gestielt in meist dichten Gruppen an den Ästen. Die Oberfläche ist filzig bis samtig während die Innenseite das sporentragende Hymenium aufweist und glänzend-glatt ist, meist jedoch deutliche Leisten aufweist. Bei Trockenheit schrumpft der Fruchtkörper knorpelartig zusammen, kann nach Wasseraufnahme aber wieder zur ursprünglichen Größe aufquellen. Obgleich die Fruchtkörper ganzjährig auftreten können finden sie sich bevorzugt im Herbst und milden Winter zur laublosen, zudem eher feuchten Jahreszeit wieder. Neben dem Schwarzen Holunder als wichtigster Wirtspflanze tritt der Pilz zeitweise an rund 40 Arten von anderen Laubgehölzen (u.a. Buche, Esche, Ahorn), vereinzelt auch auf Nadelgehölzen (u.a. Kiefer, Lärche) auf.
Die deutsche Bezeichnung Judasohr hat seine Wurzeln in der christlichen Geschichte, nach der sich Judas Ischariot, einer der zwölf Jünger (Apostel) an einem Holunderbaum erhängt haben soll. Andererseits wird dies aber auch dem Judasbaum (Gattung Cercis) zugesprochen, der aber für Auricula auricularia-judae als Wirtspflanze nicht bekannt ist.
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