Die Platanennetzwanze (Corythuca ciliata) ist ein aus Nordamerika in den 60er Jahren nach Europa eingeschleppter Schädling. Wie die meisten Netzwanzen ist auch diese Art recht wirtspflanzenspezifisch, befallen werden nur die beiden Arten Platanus occidentalis und Platanus acerifolia. Meist werden zwei Generationen pro Jahr ausgebildet (sehr warm: dritte Generation), wobei die Überwinterung der erwachsenen Tiere (sehr kältetolerant) bevorzugt am Fuße der Platanen im erwachsenen Stadium unter den äußeren Borkenschichten erfolgt. Unter der losen Borke trifft man jedoch ganzjährig die erwachsenen Tiere an. Da junge Platanen keine Borke haben sind hier kaum Netzwanzen anzutreffen. Die flugträgen Tiere mit ihrer auffälligen netzartiger Struktur (Vorderflügel, Halsschild, Blase im Kopfbereich) sind 3-4 mm groß und hellgrau gefärbt. Zum Austrieb der Platanen erfolgt dann die Besiedlung der unteren Blätter (meist zu Fuß, sie können aber auch fliegen). Die Eiablage der Weibchen (etwa 300 pro Weibchen), meist entlang der Blattadern oder in den Nervenwinkeln, erfolgt auf die Blattunterseite als kleines Gelege. Sind die ersten Larvenstadien (Größe: kleiner 1 mm) noch recht ortstreu verteilen sich die weiteren Larvenstadien auf andere Blätter.
Die Larven sind von ähnlicher Größe wie die adulten Tiere, jedoch deutlich dunkel gefärbt (auch besitzen sie eine seitlich angeordnete Dornenreihe). Ein Puppenstadium wird nicht ausgebildet, die Tiere durchlaufen wie alle Wanzen eine unvollständige (hemimetabole) Entwicklung. Symptomatisch fallen weiterhin die Häutungsreste (Exuvien) sowie die glänzenden, dunklen bis schwarz gefärbten Kottröpfchen auf. Alle Stadien saugen an den Blättern auf der Blattunterseite, die sich dann im Ergebnis auf der Blattoberseite als Blattsprenkelung zu erkennen gibt; häufig begrenzt auf den Bereich beginnend vom Blattstiel entlang der Blattadern, später aber dann die ganze Blattspreite einnehmend (zunehmende Blattvergilbung und Laubfall). Eine trocken-warme Witterung fördert den Befall. Werden Blätter noch in der Entwicklung besaugt (zeitiges Frühjahr) treten eher Blattverkrüppelungen und Risse in der Blattspreite auf. Ein Befall mit der Platanennetzwanze erhöht die Anfälligkeit gegenüber pilzlichen Erregern.
Vorbeugung und Bekämpfung:
Im Bedarfsfall im Jahresverlauf Einsatz von Insektiziden. Vernichtung der Tiere im Stammbereich im Winter.