Abb.: Rotes Band mit hervorbrechenden Fruchtkörpern
Symptomatik und Biologie:
Zu Beginn zeigen sich auf der Kiefer ähnlich wie auch bei der Lecanosticta-Nadelbräune unspezifische gelbgrüne kleine Nadelflecken, die im Laufe der Zeit jedoch nekrotisieren und charakteristische, deutlich rot gebänderte Stellen aufweisen. Die englische Pilzbezeichnung "red band needle disease" (Rotes-Band-Nadelkrankheit) beschreibt somit recht zutreffend das wichtigste optische Erkennungsmerkmal. Einschränkend ist jedoch festzuhalten, dass je nach Wirtspflanze und Standort das Schadbild eine gewisse Variationsbreite besitzt. Im Laufe der nachfolgenden Vegetationsperiode brechen aus den dann einjährigen Nadeln die Fruchtkörper der Nebenfruchtform (Dothistroma septospora, Synonym: D. pini; Pyknidien) hervor, die für eine weitere Verbreitung sorgen. Die zugehörige Hauptfruchtform (Mycosphaerella pini; Synonym: Scirrrhia pini; Pseudothecium) tritt in einer saprophytischen Phase dann auf den alten, bereits abgeworfenen Nadeln in der Streu auf. Der Pilz führt an älteren Bäumen zu Zuwachsverlusten. Bei jüngeren Pflanzen kann ein wiederholter Befall zum Ausfall der Pflanzen führen. Dies insbesondere auch dann, wenn andere Stressfaktoren hinzukommen. Verwechslungsmöglichkeiten sind vor allem mit der Lecanosticta-Nadelbräune wie auch mit anderen Schüttepilzen an der Kiefer möglich. Eine sichere Diagnose ist im Zweifelsfall nur durch eine mikroskopische Unteruntersuchung sicherzustellen. Der Pilz wurde offensichtlich aus den USA nach Europa eingeschleppt. Dort gilt der Pilz als einer der wichtigsten Schadpilze der Kiefer. Zu seinen Wirtspflanzen gehören insbesondere Pinus nigra (Schwarzkiefer), P. sylvestris (Waldkiefer) und P. mugo (Krummholzkiefer). Nur unter ausgewählten Infektionsbedingungen werden neben der Kiefer auch andere Nadelgehölze befallen (Abies, Larix, Picea, Pseudotsuga).