arbofux - Diagnosedatenbank für Gehölze

Rotpustelpilz

Fruchtkörper (Sporodochien) auf der Rinde
Abb.: Fruchtkörper (Sporodochien) auf der Rinde
zu den mikroskopischen Angaben sowie einer passenden Zeichnung Symptomatik und Biologie:
Die Gattung Nectria ist ein typischer Vertreter für Holz- und Stängelkrankheiten, vertreten z.B. durch die Rotpustelkrankheit Nectria cinnabarina (Nebenfruchtform: Tubercularia vulgaris). Diese tritt bevorzugt an Laubgehölzen der Parkanlagen, Gärten und Baumschulen auf. Befallen werden u.a. Ahorn, Linde, Rosskastanie, Ulme und Hainbuche, wobei Ahornarten als sehr empfindlich gelten. Aber auch Obstgehölze sind betroffen (u.a. Apfel, Walnuss, Johannisbeere). Gefährdet sind insbesondere junge Bäume oder Sträucher, die nach dem Pflanzen kurzzeitig unter Wassermangel gestanden haben. Schnittwunden (insbesondere solche mit Aststummel) oder andere mechanische Verletzungen sind bevorzugte Eintrittsorte für den Pilz. Heckenpflanzen, geschnitten mit der Heckenschere, stellen sicherlich gute Ausgangsbedingungen für den Pilz dar. Aber auch über zurückgetrocknetes Gewebe kann der Pilz in die Pflanze eindringen. Charakteristisch sind die beiden orange- bzw. dunkelrotgefärbten Fruchtkörper (Sporodochium und Perithecium), die der Pilz auf den abgestorbenen Befallsstellen oft in großer Zahl ausbildet. Die Sporodochien sind mit einer Größe von durchschnittlich 1 mm deutlich größer als die Perithecien mit etwa 0,5 mm, wobei letztere auch oft in Haufen zu mehreren, dicht gedrängt, auftreten. Der Pilz gilt als Schwächeparasit. Die Entwicklung des Erregers erfolgt vollständig im Holzinnern und erst mit dem Aufbrechen der Fruchtkörper wird der Pilz auch außerhalb der Triebe präsent.
zu den Pflanzenschutzmitteln Vorbeugung und Bekämpfung:
Vermeidung einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit der Pflanze, keine überhöhte Stickstoffdüngung, befallenes Schnittgut und anderes befallenes Material ist zu entfernen. Schnittmaßnahmen sollten grundsätzlich bei geringem Infektionsdruck (September) sowie schlechten Infektionsbedingungen (trockenes Wetter) durchgeführt werden. Infektionen sind grundsätzlich ganzjährig möglich.
Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Acer Aesculus Carpinus Juglans
Malus Tilia Ulmus  
Befall am "Zapfen" (großes Bild) Sporodochium (Nahaufnahme) (großes Bild) Perithecium (Nahaufnahme) (großes Bild) Fruchtkörper (nah) (großes Bild)
Befall am "Zapfen" Sporodochium (Nahaufnahme) Perithecium (Nahaufnahme) Fruchtkörper (nah)
Text: Th. Lohrer/FGW, Stand: April 2009

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