Fichtengallenläuse repräsentieren eine eigene entomologische Familie (Adelgidae) mit in Mitteleuropa über 20 Arten wobei hier insbesondere drei Arten mit Blick auf die Fichte von Bedeutung sind: Die Rote Fichtengallenlaus (Adelges laricis), die Grüne Fichtengallenlaus (Sacchiphanthes viridis) sowie die Gelbe Fichtengallenlaus (Sacchiphantus abietes). Letztere durchläuft einen einjährigen Zyklus auf der Fichte (bevorzugt auf Picea abies und P. sitchensis), die beiden anderen Arten durchlaufen einen zweijährigen Zyklus mit einem Wirtswechsel zur Lärche (Larix decidua). Das gemeinsame Symptom an der Fichte sind die je nach Art unterschiedlich großen, ananasförmigen Gallen (im Frühjahr grün, später braun und vertrocknend), die recht auffällig sind. Die Biologie der Grünen und Roten Fichtengallenlaus ist vergleichbar: Überwinterung der (Fundatrix)-Larve an den Fichtenknospen, im Frühjahr unter der Bildung von Wachswolle Eiablage und gemeinsames saugen an den Trieben, in dessen Folge die ananasartigen Gallen entstehen; die jungen Läuse wandern hier in einzelnen Kammern ein. Öffnung der Gallen im Juli/August (Rote Fichtengallenlaus: etwas Juni/Juli) und Abwanderung der geflügelten Läuse auf Lärche. Dort Eiablage, anschließend Überwinterung der Larven. Auf der Lärche weitere Entwicklung der Läuse als "Lärchenwolllaus", saugen dort an den Nadeln. Ein Teil wandert im Frühjahr wieder auf die Fichte, die anderen Läuse können jedoch auf der Lärche verbleiben und sich auch dort weiterentwickeln. Bei der gelben Fichtengallenlaus erfolgt wie geschildert kein Wirtswechsel, die aus den Gallen schlüpfenden Läuse besiedeln somit den gleichen Baum oder andere, benachbarte Fichten. Bei der Roten Fichtengallenlaus sind die Gallen endständig am Trieb anzutreffen, bei den beiden anderen Arten sind die Gallen im Vergleich größer und meist an der Triebbasis zu finden.
Vorbeugung und Bekämpfung:
Einschränkung der Verbreitung durch Entfernen der Gallen, bevor die Läuse sie verlassen (bis Mai). Einsatz von Insektiziden, bevor die Tiere in die Gallen einwandern (Austrieb). Artabhängig räumliche Trennung zu Lärchen bzw. dortiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.