Die Gemeine Mistel (Viscum album) zählt zu den Halbparasiten, d.h. mit Hilfe der grünen Blätter kann die Mistel ähnlich einer vollwertigen Pflanze eine Photosynthese betreiben. Die erforderlichen Nährstoffe bezieht sie jedoch nicht wie andere Pflanzen mit ihren Wurzeln aus den Boden, sondern durch einen direkten Kontakt - grundsätzlich in den Astregionen - zum Leitungssystem ihrer Wirtspflanze. Charakteristisch für die Mistel, übrigens eine Giftpflanze, ist der gabelige Bau des Sprosssystems. Die Pflanze ist zweihäusig, entsprechend existieren weibliche und männliche Pflanzen. Von der in Europa vorkommenden Mistel werden drei Unterarten, so genannte Subspezies (ssp.) unterschieden: Die Tannenmistel (Viscum album ssp. abietis) an Weißtanne, die Kiefernmistel (Viscum album ssp. austriacum) an Kiefern (sehr selten auch an Fichten) und die Laubholzmistel (Viscum album ssp. album), die einen weiten Wirtspflanzenkreis innerhalb der Laubgehölze besitzt. Die einzelnen Unterarten unterscheiden sich weniger in Ihrem morphologischen Erscheinungsbild sondern vielmehr durch die geschilderte Wirtspflanzenspezifität. Auffällig werden die eigenartigen grünen, kugelförmigen Gebilde insbesondere im Winter, wenn sie sich vom sonst kahlen Baum optisch deutlich abheben. Das Wachstum der Mistelbüsche ist sehr langsam, d.h. große Büsche sind mindestens 10 Jahre alt. Die Bedeutung der Mistel (aus Sicht des Pflanzenschutzes) schwankt je nach befallener Wirtspflanze bzw. Mistel-Unterart. In der Forstwirtschaft ist ein Mistelbefall insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen unerwünscht, da das Holz als geringwertig eingestuft wird (Stammentwertung).
Vorbeugung und Bekämpfung:
Je nach Auftreten kann eine mechanische Entfernung erforderlich sein.