ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Eutypella-Ahornstammkrebs

Älterer Eutypella-Stammkrebs an Bergahorn Abb.: Älterer Eutypella-Stammkrebs an Bergahorn
Symptomatik und Biologie:
Beheimatet ursprünglich in Nordamerika tritt der Stammkrebs am Ahorn, verursacht durch den Pilz Eutypella parasitica, seit 2005 auch erstmals in Europa auf. Erste vereinzelte Nachweise liegen für Slowenien (2005), Kroatien (2007) und Österreich (2006) vor. In Deutschland gibt es erste Funde aus den Jahren 2013-2015 (Bayern/München). Befallen werden dabei nur Ahornarten (u.a. Bergahorn, Feldahorn, Spitzahorn). Der Pilz dringt (mittels der Hyphen seiner gekeimten Sporen) über Wunden oder kleinere Astabbrüche (bis zu einem Durchmesser von 5 cm) in die Pflanze ein, sofern der Holzkörper dabei freigelegt wird. Das Myzel mit einer äußerlich schwach erkennbaren Rindenläsion dehnt sich jährlich etwa 1-2 cm weiter aus. Erst im Laufe von Jahren kommt es zur Bildung von Überwallungswülsten und einem krebsartigen Erscheinungsbild, das die Aufmerksamkeit eines Betrachters zur Folge hat. Unterhalb der befallenen Rinde sind weißliche Myzellappen sichtbar.
In den meisten Fällen liegen die Befallsstellen in einer Stammhöhe von unter 4 m. Nach etwa 5-8 Jahren kommt es an den Befallsstellen zur Bildung der geschlechtlichen, deutlich flaschenförmigen Fruchtkörper (Perithecien), die innerhalb einer schwärzlichen Schicht ("Stroma") gebildet werden. Bereits bei nur mäßig nassen Bedingungen (zur Induktion reicht eine hohe Luftfeuchtigkeit alleine nicht aus) und noch kühlen Bedingungen (ab 4°C; Optimum der Sporenabgabe bei 24-28°C) können die Ascosporen freigesetzt (als Paket aus 8 Sporen) und von Wind und Wasserspritzer weiter verbreitet werden, wobei die (in Versuchen ermittelte) Reichweite nur etwa einen Radius von 25 Meter beträgt. Die Bildung der Sporen ist offenbar ganzjährig möglich. Da die Infektionsstellen aber über Jahre hinweg durch die Bildung weiterer Fruchtkörper aktiv bleiben kann es auch über einen längeren Zeitraum zu einer Sporenabgabe kommen. Die zeitweise auch ungeschlechtlich gebildeten länglichen Konidien besitzen vermutlich keine Bedeutung für die Epidemiologie des Pilzes. Die Mehrheit der infizierten Bäume stehen nach den bisherigen Erfahrungen in der Nähe von einem Fluss, Bach oder See, sodass ganzjährig eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist.
Die Folgen einer Infektion sind je nach Alter der Bäume unterschiedlich. Während junge Bäume durch den Befall am Stamm eingeschnürt werden können (was zum Absterben der darüber liegenden Teile führt) bleiben ältere Bäume meist noch über Jahre lebensfähig, werden jedoch bedingt durch den Befall deutlich bruchanfälliger.

... zur mikroskopischen Sporenzeichnung

Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Rücksprache mit dem Pflanzenschutzamt (neuer Schaderreger), Entsorgung befallener Bäume, Kontrolle anderer Ahornbäume im näheren Umfeld. Eine direkte Bekämpfung des Pilzes ist nicht möglich.

...einsetzbare Pflanzenschutzmittel (Gartenbau | Forst | Haus- und Kleingarten)

Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Acer
 
Dunkles Pilzstroma (großes Bild)
Dunkles Pilzstroma
Fruchtkörper im Pilzstroma (großes Bild)
Fruchtkörper im Pilzstroma

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: Oktober 2016

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