ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Malvenwanze

Einzelne Kolonien am Stamm Abb.: Einzelne Kolonien am Stamm
Symptomatik und Biologie:
Die Malvenwanze (Oxycarenus lavaterae) gehört zur Familie der Bodenwanzen (Lygaeidae) und ist ursprünglich eine westmediterrane Art, die aber mittlerweile auch bis nach Österreich, Schweiz und Süddeutschland vorgedrungen ist und hier mit einem Massenvorkommen auffällig wird. Besiedelt sie im Mittelmeerraum Pflanzen der Familien Malvaceae (Hibiscus, Malva, Lavatera: lateinische Namensgebung) und Tiliaceae (Tilia) tritt sie uns bisher nur an Linde und hier bevorzugt an Tilia cordata (Winterlinde) auf (Tilia x euchlora wird nur wenig befallen). Während der Vegetation werden die grünen Pflanzenteile der Linde von den Larven als auch Imagines besaugt. Klimaabhängig werden 3-4 Generationen pro Jahr durchlaufen. Auch große Populationen bleiben hier aufgrund einer eher gleichmäßigen Verteilung nahezu unbemerkt. Zum Herbst hin setzt allerdings eine Konzentrierung ein, bei der sich die Tiere in großen Mengen am Stamm oder an dicken Ästen versammeln. Einzelkolonien können dabei eine Länge von über einem Meter einnehmen. Benachbarte Bäume werden nicht zwangsweise gleich stark besiedelt. Oft sind gerade Einzelbäume in einer Allee stark befallen und unmittelbar angrenzende Bäume zeigen nur einen geringen Besatz mit Wanzen.
Die Entwicklung der Tiere erfolgt wie für Wanzen typisch hemimetabol über ein Ei (Ablage in Rindenritzen), mehrere Larven- und Nymphenstadien zur erwachsenen Wanze. Die ungeflügelten Larven besitzen einen rot gefärbten Hinterleib und ähneln damit optisch den Larven einer Feuerwanze. Bei den erwachsenen Malvenwanzen (Körperlänge: 5-6 mm) ist der Kopf, das Halsschild als auch das Schildchen (Scutellum) schwarz gefärbt, die Flügel sind rot-rotbraun gefärbt, wobei die Membran (wie bei allen Bodenwanzen mit 4-5 Adern) hell-glänzend bis silbrig-weiß erscheint. Gut erkennbar sind weiterhin der 4-gliedrige Fühler sowie die seitlich abstehenden Augen. Die Angaben zur Wintermortalität schwanken, Hinweise aus der Schweiz zeigen jedoch, dass auch kalte Winter bis -10°C von vielen Tieren sicher überstanden werden. Malvenwanzen stellen für die Linden kein großes Problem dar, da echte Schäden hier bisher nicht bekannt sind, obgleich bei einem mehrjährigen, starken Befall sicherlich eine Schwächung der Pflanzen eintritt. Vom Menschen werden die Tiere jedoch als Lästling eingestuft, da sie nicht nur am Stamm in hoher Zahl auftreten können sondern zeitweise auch benachbarte Fassadenwände und Balkone besiedeln oder in offene Fenster einwandern. Auch setzen die Tiere einen typischen, unangenehmen Wanzengeruch frei. Manchmal treten an Linden zeitgleich Malvenwanzen als auch die ebenfalls als Lästlinge eingestuften Feuerwanzen auf, letztere dann aber eher am Stammfuß bzw. in der Bodenstreu.
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Die Tiere sind als Lästlinge einzustufen. Absprühen mit einem Wasserstrahl (jedoch Gefahr einer raschen Wiederbesiedlung), Einsatz von heißem Wasserdampf (Gefahr von negativen Auswirkungen auf die Rinde). Sinnvoll ist ein Absaugen der Tiere mit Bürste und Hebebühne oder Leiter.

...einsetzbare Pflanzenschutzmittel (Gartenbau | Forst | Haus- und Kleingarten)

Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Tilia
 
In Rindenritzen sich versteckende Tiere (großes Bild)
In Rindenritzen sich versteckende Tiere
Erwachsene Tiere in der Aufsicht (großes Bild)
Erwachsene Tiere in der Aufsicht

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: April 2013

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