ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Feldmaus

Feldmaus-Wechsel in einer Wiese Abb.: Feldmaus-Wechsel in einer Wiese
Symptomatik und Biologie:
Die Feldmaus (Microtus arvalis) gehört zu den häufigsten Säugetieren in Mitteleuropa und ruft als ursprünglicher Steppenbewohner insbesondere an landwirtschaftlichen Kulturen (Feldfrüchte, Kartoffeln, Getreide) größere Schäden hervor, wandert aber auch in Gärten, Obstanlagen und andere Flächen ein. Probleme entstehen insbesondere durch zerstörte Grasnarben, Löcher und Laufwege im Rasen sowie Fraßschäden an Gehölzen im Winter (an den Wurzeln selbst sowie oberirdisch am Wurzelhals bis zu einer Höhe von 12 cm an der Rinde; bei Schneelagen auch höher); im Winter sind auch Pflanzen im Gewächshaus gefährdet. Die an den Schadstellen erkennbaren Nagespuren (Doppelspur) besitzen eine Breite von etwa 1,5 mm; die der Schermaus sind zum Vergleich nahezu doppelt so breit.
Als Vertreter der Kurzschwanzmäuse (Wühlmäuse) haben diese Tiere alle eine gedrungene Körperform, Ohren und Augen sind teilweise im Pelz versteckt und sie besitzen einen etwa halbkörperlangen Schwanz. Feldmäuse erreichen eine Gesamtlänge von 12-15 cm (bei einer Schwanzlänge von 3-4 cm), das Fell ist in der Farbe graubraun bis sandbraun. Feldmäuse sind ganzjährig tag- und nachtaktiv mit einem 2-3 stündigen Wechsel von Aktivitäts- und Ruhephasen (im Sommer mehr tagaktiv, im Winter mehr nachtaktiv). Sie leben gerne kolonieartig mit oft bis zu 20 Tieren, die aus mehreren Weibchen mit ihren Jungen bestehen. Die männlichen Tiere streifen insbesondere zur Paarungszeit teils großräumig umher. Im Zeitraum von März bis Oktober werfen die Weibchen etwa alle 3-4 Wochen durchschnittlich 4-8 Junge, die nach 2-3 Wochen geschlechtsreif sind. Hinweise auf eine Feldmausbesiedlung sind einzelne (offene) Gangöffnungen im Boden, die mit oberirdisch gelegenen, wannenartig ausgetretenen Laufspuren (Wechsel) rasch erkennbar sind. Zum Winter hin werden die Laufspuren (unter der Schneedecke) häufig mit Pflanzmaterial übertunnelt und zeigen sich dann erst im Frühjahr. Die eigentlichen Gänge der Feldmaus (3-4 cm Durchmesser, rundlicher Querschnitt) verlaufen dicht unter der Erdoberfläche, die dann als verbundenes Gangsystem zu den einzelnen Nest- und Vorratskammern im Boden führen (meist in 10-20 cm, teils in bis zu 50 cm Tiefe). Ihre Kotpillen sind dunkel gefärbt, walzenförmig, spitz zulaufend und von glatter Oberfläche; häufig finden sich innerhalb der Laufgänge spezielle Kotablagestellen.
Feldmäuse ernähren sich vegetarisch, die Nahrungssuche erfolgt verstärkt innerhalb einer Zone, die sich bis zu 30 cm seitlich von den Wechseln befindet (aber auch darüber hinaus). Der eigentliche Fraß findet aber im Regelfall unterhalb der Erde statt. Schäden an Forstkulturen treten speziell dann auf, wenn benachbarte landwirtschaftliche Flächen abgeerntet werden. Bereiche mit einem hohen Schattenanteil oder hohen Pflanzenbewuchs werden gemieden. Etwa alle 3-4 Jahre kommt es zu Massenvermehrungen, die aber wieder rasch zusammenbrechen (Witterung, Prädatoren, Nahrungsknappheit). Wichtige natürliche Feinde der Feldmaus sind Füchse, Mauswiesel, Greifvögel und Eulen. Auch wenn die natürliche Lebensdauer der Feldmäuse bei etwa 2-3 Jahren liegt werden die meisten Tiere, mit bedingt durch die natürlichen Gegenspieler, keine 3 Monate alt.
Im Schadensfall darf sich die Diagnose für eine bestimmte Mausart nicht allein nur auf das Fraßbild reduzieren sondern es sind stets auch andere Aspekte mit zu berücksichtigen (Habitat, besondere Merkmale) und im Zweifelsfall ist ein Fang der Tiere (mit einer anschließenden Bestimmung) erforderlich; siehe hierzu auch die anderen Arbofux-Beiträge zu beispielsweise Erdmaus, Rötelmaus und Schermaus.
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Soweit möglich Förderung von Prädatoren, z.B. Aufstellen von Sitzkrücken für Greifvögel (Höhe 3-4 m mit rundem [eckige sollen teils besser sein] Querholz, im Abstand von 50 m). Freihalten bzw. Kurzhalten der Baumscheiben von Gras oder Mulchmaterial. Einsatz von Schlagfallen (mit z.B. Nüssen, Nougatcreme als Köder). Einsatz von Rodentiziden produkt- und indikationsabhängig verdeckt unmittelbar in die Gänge (Legeflinte, Eigenkonstruktionen mit Trichter und Gartenschlauchstück), breitwürfig oder über Köderstationen (zur Gewöhnung bereits frühzeitig leer aufstellen, Beköderung erst zum Herbst). Einsatz von Fangwannen. Eigene Schutzmaßnahmen beim Umgang mit (toten) Mäusen beachten (Handschuhe, evtl. Mundschutz). Zum Monitoring kann die Lochtretmethode (250 m², alle Löcher zutreten, nach 24 Stunden kontrollieren) angewandt werden (als kritische Zahl bei Sonderkulturen werden hier mindestens 8 wiedergeöffnete Löcher angesehen).

...einsetzbare Pflanzenschutzmittel (Gartenbau | Forst | Haus- und Kleingarten)

Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
AcerCarpinusFagusFraxinusLarixMalusPinusPrunusQuercusSalixSorbus
 
Wurzelfraß  (großes Bild)
Wurzelfraß
Feldmausbau-Zugang mit Erdauswurf (großes Bild)
Feldmausbau-Zugang mit Erdauswurf
Fraßschaden an der Rinde (großes Bild)
Fraßschaden an der Rinde

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: April 2013

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