ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Rußrindenkrankheit am Ahorn

Stammbasis mit sich lösender Borke und freigesetzten Sporenmassen Abb.: Stammbasis mit sich lösender Borke und freigesetzten Sporenmassen
Symptomatik und Biologie:
Verursacher der Rußrindenkrankheit am Ahorn ist ein Pilz (Cryptostroma corticale; Synonym: Coniosporium corticale), der als Endophyt und Schwächeparasit an Ahorn beschrieben ist. Abgeleitet ist der deutsche Name von der englischen Bezeichnung "sooty bark disease" (als Begriff dort Ende der 1940er Jahre eingeführt). Betroffen ist bisher in erster Linie der Bergahorn (seltener: Spitzahorn, Feldahorn). Eine Hauptfruchtform des Pilzes ist nicht bekannt (die frühere Vermutung, dass Eutypa acharii die Hauptfruchtform ist hat sich nicht bestätigt). Insbesondere in Jahren mit Trockenstress, Wassermangel und großer Hitze tritt Cryptostroma corticale, so auch die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern (u.a. England, Österreich, Schweiz) stärker auf. Symptomatisch zeigt sich ein ein- bis mehrjähriger Absterbeprozess, der mit Schleimflussflecken am Stamm, Rinden- und Kambiumnekrosen beginnt, später dann zu Absterbe- und Welkeerscheinungen der Krone führt, die dann zum Schluss mit dem Absterben des Baumes enden. Im Stammquerschnitt (Splintholz) zeigen sich großflächige, grüne bis blaue Verfärbungen. Nach dem Tod des Baumes blättert meist an der Stammbasis die Borke ab und es zeigen sich die vom Pilz gebildeten Sporenlager in Form eines schwarzen, nahezu flächig auftretenden rußartigen Belages (Namensgebung), der Millionen kleiner Sporen freisetzt (100-170 Millionen/cm² Rindenoberfläche). Förderlich für das Auftreten und die weitere Entwicklung des Pilzes sind trocken-heiße Bedingungen bei einem gleichzeitigem Wassermangel. Altbäume mit einer guten Wasserversorgung sind weniger anfällig und überlebensfähiger.
Aufgrund der hohen Sporenproduktion ist teilweise auch der umliegende Bereich durch Windabtrift oder die Sporen abwaschenden Regen schwarz verfärbt. Ob die freiwerdenden Sporen eine unmittelbare Quelle für Neuinfektionen darstellen ist noch unklar. Auch am für Brennholzzwecke gelagerten Ahornholz kann es zur besagten Rußbildung und Sporenfreisetzung kommen. Da es beim Menschen durch das Einatmen der Sporen zu einer allergisch bedingten Entzündung der Lungenbläschen kommt (in Nordamerika als Berufskrankheit bekannt) sind bei Fäll- und Rodungsarbeiten entsprechende Schutzmaßnehmen erforderlich (u.a. Mundschutz, Abtransport unter einer Plane, keine Häckselung im trockenen Zustand). Abgestorbene Bäume werden rasch durch eine einsetzende Weißfäule windbruchanfällig und sollten auch aus diesem Grund rasch entfernt werden. Die Diagnose sollte mikroskopisch bestätigt werden da auch andere saprophytische Pilze schwarze Fruchtkörper unter der Rinde ausbilden können.

... zur mikroskopischen Sporenzeichnung

Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Standortoptimierung (Wasserversorgung), Rodung abgestorbener Bäume (Sporenbelastung) nur unter Beachtung von Schutzmaßnahmen für das Personal (Schutzanzug, Atemschutz), verbunden mit Absperrmaßnahmen zum Schutz der Öffentlichkeit. Fällungen bevorzugt bei feuchter Witterung durchführen. Gefällte Bäume nicht als Brennholz verwenden, nicht häckseln.
Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Acer
 
Stammquerschnitt mit Splintholzverfärbungen (großes Bild)
Stammquerschnitt mit Splintholzverfärbungen
Abgeblätterte Borke mit schwarzen Sporenlagern (großes Bild)
Abgeblätterte Borke mit schwarzen Sporenlagern

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: März 2018

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