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Sanddornfruchtfliege

Maden an befallenen Sanddornbeeren Abb.: Maden an befallenen Sanddornbeeren
Symptomatik und Biologie:
Sowohl in ihrer Biologie als auch Schadwirkung ähnelt die an Sanddorn (Hippophae sp.) auftretende Sanddornfruchtfliege (Rhagoletis batava) der bei Kirschen bekannten Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi). Insgesamt wird eine Generation pro Jahr ausgebildet wobei die Puppen (Tönnchenpuppe; ca. 3,5 mm) bei einer geringen Sterblichkeitsrate flach im Boden (ca. 5 cm Bodentiefe) überwintern. Die adulten Sanddornfruchtfliegen schlüpfen witterungsabhängig ab Ende Juni, ernähren sich teils von Honigtau und legen ab Anfang Juli - angelockt durch die gelbe Farbe der Früchte - ihre Eier in die jungen Früchte flach unter die Oberfläche (Zeitpunkt: Farbumschlag der Früchte); die Einstichstellen haben dabei einen Durchmesser von 0,3 mm. Pro Weibchen können etwa 30-200 Eier abgelegt werden, wobei die Früchte mit einem Markierungspheromon bestückt werden, um weitere Eiablagen anderer Weibchen zu minimieren. Die Weibchen sind mit einer Körperlänge von 5,5 mm etwas größer als die Männchen mit 5 mm. Ihr Kopf ist rotgelb gefärbt, der restliche Körper eher schwarz mit grauen Streifen. Auffällig ist das gelbe Schildchen (Scutellum) auf dem Rücken sowie das glasige Flügelpaar, die eine charakteristische Zeichnung mit vier dunklen Bänden tragen, wobei die beiden äußeren, durchgehenden Bänder v-förmig miteinander verbunden sind (die beiden ersten Bänder erreichen dabei nicht das gegenüberliegende Ende).
Die schlüpfenden Eilarven besitzen eine Größe von 1 mm (Breite 0,3 mm) und dringen nach dem Schlupf tiefer ins Gewebe ein in Richtung Beerenmitte; bis zu vier Larven können sich später in einer Frucht entwickeln. Die älteren Larvenstadien erreichen eine Länge von 5-6 mm. Das Gewebe der befallenen Früchte wird durch die Larven weich und flüssig. Die Früchte besitzen später kleine Ausbohrlöcher, da die Larven (Maden) 3-4 Wochen (der Zeitraum ist stark temperaturabhängig) nach der Eiablage zur Verpuppung die Früchte verlassen, in den Boden abwandern und dort auch überwintern. Die von den Larven verlassenen Früchte trocknen später ein. Die natürliche Ausbreitung ist eher gering, insbesondere sofern für die geschlüpften adulten Tiere die Bedingungen im Frühjahr günstig sind werden überwiegend nur Bäume im näheren Umfeld des Schlupfortes und damit des im Vorjahr befallenen Baumes zur Eiablage beflogen.
Die Erstbeschreibung von Rhagoletis batava erfolgte nach einem Fund in den Niederlanden Ende der fünfziger Jahre, 2013 trat die Sanddornfruchtfliege dabei dann erstmals schädigend in Deutschland auf. Hauptanbaugebiete von Sanddorn in Deutschland liegen mit rund 670 Hektar in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, der Schädling kann aber auch an Wildpflanzen auftreten. In Abhängigkeit vom Schlupftermin der adulten Tiere sind überwiegend mittelfrühe und mittlere Sorten anfällig. Die Verluste können dabei bis zu 60% betragen, ausländische Untersuchungen berichten auch über Totalausfälle. Da der Schädling recht neu ist liegen (noch) keine größeren bzw. mehrjährigen Erfahrungen bezüglich der Biologie und Bekämpfung vor.
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Absammeln befallener Früchte vor der Abwanderung der Larven aus der Frucht. Einsatz von Insektiziden zur Eiablage. Einsatz von Gelbfallen zum Abfangen der Fliegen.
Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Hippophae
 
Befallene Sanddornbeeren (Übersicht) (großes Bild)
Befallene Sanddornbeeren (Übersicht)
Einstichstelle auf der Sanddornbeere (großes Bild)
Einstichstelle auf der Sanddornbeere
Eilarve unter der Fruchthaut der Sanddornbeere (großes Bild)
Eilarve unter der Fruchthaut der Sanddornbeere
Männliche Sanddornfliege (großes Bild)
Männliche Sanddornfliege

Weibliche Sanddornfliege (großes Bild)
Weibliche Sanddornfliege

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: Juli 2015

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