ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Thuja- und Wacholderborkenkäfer

Schadbild (Reifungsfraß) Abb.: Schadbild (Reifungsfraß)
Symptomatik und Biologie:
An verschiedenen Cupressengewächsen, insbesondere an den Gattungen Thuja und Chamaecyparis, treten verschiedene Borkenkäferarten der Gattung Phloeosinus (meist P. thujae und P. aubei) schädigend auf. Zwecks Heranreifung ihrer Gonaden vollziehen die jungen (weiblichen) Käfer im Frühjahr einen Reifungsfraß. Hierzu bohren sie sich in Kurztriebe, bevorzugt in die Astgabeln, ein und rufen im Triebinnern einen kurzen, nur etwa 1 cm langen Gang hervor (begleitet von einem außen sichtbaren Bohrmehl- und Harzaustritt). Die Nadeln der so ausgehöhlten Triebe werden blass und fahl in der Farbe, verbräunen rasch und die Triebe knicken auch häufig ab. Je nach Zeitpunkt ist im Innern der Triebe auch noch der einzelne Borkenkäfer anzutreffen (ca. 2 mm groß, dunkel gefärbt). Das Schadbild kann auf den ersten Blick auch mit dem von Pilzkrankheiten oder abiotischen Schäden verwechselt werden. Stämme und Äste können zusätzlich auch durch das bei Borkenkäfern bekannte Brutbild geschädigt werden. Das Brutbild ist gekennzeichnet durch einen doppelarmigen Längsgang, von dem jeweils 20-30 Larvengänge abzweigen (erst ein kurzes Stück rechtwinklig abzweigend, dann bis zur Puppenwiege im Splintholz weiter in Längsrichtung verlaufend). Zahlreiche Ausbohrlöcher im Frühjahr sind ein letzter Hinweis auf die darunter liegende Larventätigkeit der hier dann bereits ausgeschlüpften Borkenkäfer.
In der Regel wird nur eine Generation pro Jahr ausgebildet, in südlichen Regionen sind auch zwei Generationen pro Jahr möglich. Die Überwinterung erfolgt grundsätzlich als Larve, der Schlupf als Käfer erfolgt dann im Frühjahr (Mai/Juni). In der Summe stellt der Reifungsfraß einen partiellen Schaden an der Pflanze dar (= ein an der Pflanze meist verteiltes Absterben von kurzen Triebpartien), der Fraß der Larven (Brutbild) führt hingegen meist zum Absterben der Pflanze. Geschädigt werden, wie auch sonst bei Borkenkäfern bekannt, bevorzugt geschwächte Pflanzen (u.a. Pflanzstress, Pilzbefall).
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Durch einen Reifungsfraß geschädigte Triebe sollten (vor dem Käferaustritt) entfernt werden. Im Bedarfsfall Einsatz von Insektiziden zur Flugzeit der Käfer. Bei einem nachgewiesenen Stammbefall sollte die Pflanze entfernt werden bevor die Käfer im Frühjahr schlüpfen (=Schutz benachbarter Pflanzen). Regelmäßige, gute Bewässerung der Pflanzen. Mit Hilfe von spezifischen Pheromonfallen lässt sich ein Monitoring durchführen.

...einsetzbare Pflanzenschutzmittel (Gartenbau | Forst | Haus- und Kleingarten)

Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
ChamaecyparisCupressusJuniperusSequoiadendronThuja
 
Schadbild (Reifungsfraß) (großes Bild)
Schadbild (Reifungsfraß)
Teilweise freigelegter Käfer (Reifungsfraß) (großes Bild)
Teilweise freigelegter Käfer (Reifungsfraß)

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: April 2013

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