ARBOFUX - Diagnosedatenbank für Gehölze

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Eichhörnchen

Abgenagter Fichtenzapfen Abb.: Abgenagter Fichtenzapfen
Symptomatik und Biologie:
Ältere Laub- und Nadelwaldbestände sind sicherlich die ursprüngliche Heimat der heimischen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), wobei sich die teilweise schon handzahmen Nagetiere als Kulturfolger mittlerweile auch sehr gerne in Parkanlagen oder Gärten tummeln. Die Tiere erreichen eine Körpergröße von 20-30 cm, tragen einen buschigen, bis zu 25 cm langen Schwanz und auffällige Pinselohren. Es existieren je nach Umfeld Tiere mit braunen Farbtönen (vermehrt in Laubwälder) als auch nahezu schwarze Typen (vermehrt in Nadelwälder); die Bauchseite der Tiere ist hell gefärbt. Eichhörnchen sind sehr gut an ein Leben im Baum angepasst. Sie können geschickt und schnell klettern (auch stammabwärts) und springen, können aber im Bedarfsfall auch schwimmen. Die Tiere leben wenig sozial als Einzelgänger, nur zur Paarung finden sich Männchen und Weibchen zusammen. In jedem Jahr bekommen die Weibchen meist zwei Würfe mit jeweils 4-5 Jungen (blinde Nesthocker). Die Tiere vollziehen keinen Winterschlaf, halten sich aber bei schlechter Witterung länger in ihren Nestern auf. Die kugelförmigen Nester (Kobel) mit ihren schräg unten liegenden Eingang befinden sich stammnah in den Astgabeln der Bäume oder auch, sofern vorhanden, verborgen in Baumhöhlen.
Der Speiseplan der tagaktiven Eichhörnchen ist insgesamt recht abwechslungsreich und umfasst im Schwerpunkt pflanzliche (Samen, Knospen, Rinde, Beeren) aber auch tierische Nahrung (Insekten, Jungvögel, Vogeleier). Eine wichtige, zudem hochwertige Quelle stellen aber insbesondere Zapfen (bzw. die Samen darin) - beispielsweise von Fichten oder Kiefern - dar, deren Überreste dann oft im winterlichen Schnee aber auch sonst im Jahr die Aufmerksamkeit auf sich leiten. Es gibt einige Merkmale, die zur Gewissheit führen, dass hier ein Eichhörnchen und nicht etwa eine Maus, ein Kreuzschnabel oder ein Specht verantwortlich ist. So sind beim Eichhörnchen die Fichtenzapfen am unteren, basalen Ende deutlich faserig und die Faserung zeigt sich dann auch weiter am restlichen Zapfen. Bei der Maus wäre das basale Ende abgerundet und auch sonst ist der Zapfen ohne Fasern, der Specht hackt vergleichsweise unkoordiniert auf den Zapfen ein und beim Kreuzschnabel ist alles sauber herausgepickt. An der Spitze zeigt sich dann, bei Maus und Eichhörnchen vergleichbar, ein kleiner scheinbar unberührter Büschel. An diesem Ende hält das Tier den Zapfen fest, lässt ihn deshalb auch unberücksichtigt. Pro Tier können an einem Tag etwa 100 Kiefernzapfen bzw. bis zu 15 Fichtenzapfen verwertet werden.
Im Forst können Eichhörnchen (grundsätzlich) durch das Abbeißen von Trieben, dem Schälen der Rinde sowie durch den Verzehr von Samen und Blütenknospen schädigend auftreten. Das gezielte Abbeißen der Triebspitzen wird mit dem Ziel verfolgt an die männlichen Blütenknospen zu gelangen. Die nicht mehr benötigte Triebspitze wird fallengelassen ("Absprünge") und findet sich dann am Boden als teils größere Ansammlung wieder. Mehrere Hundert solcher Triebspitzen kann ein Eichhörnchen am Tag abbeißen. Insbesondere für den inneren Ausbau des Kobels werden Bastfasern bevorzugt, die gerne von absterbenden oder toten Lindenästen teils aber auch - wie beim Mammutbaum bekannt - in Form der äußeren Faserborke entnommen werden und die Stämme so eine großflächige Aufrauhung und Rötung aufweisen können.
Das nah verwandte Grauhörnchen, Sciurus carolinensis, (ähnliche Biologie, graue Färbung, doppelt so schwer, keine Pinselohren) stammt aus Nordamerika und hat sich neben England auch schon in Italien deutlich ausgebreitet, verdrängt hier teilweise auch das heimische Eichhörnchen. Für Deutschland liegen noch keine gesicherten Nachweise vor, dies dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Grauhörnchen können im Forst durch das Schälen der Rinde zu größeren Schäden insbesondere an Laubgehölzen führen.
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Keine Bekämpfung erforderlich, Tiere sind zudem auch geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung. Verdachtsfälle zum Auftreten von Grauhörnchen der zuständigen Forstbehörde melden.
Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
AbiesPiceaPinus
 
Abbiss einer Triebspitze (großes Bild)
Abbiss einer Triebspitze
Eichhörnchen im Baum (großes Bild)
Eichhörnchen im Baum
Einzeltier (großes Bild)
Einzeltier
Nest (Kobel) im Baum (großes Bild)
Nest (Kobel) im Baum

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: April 2013

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