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Fichtengallenläuse

Schadbild am Trieb (verholzte, alte Galle) Abb.: Schadbild am Trieb (verholzte, alte Galle)
Symptomatik und Biologie:
Fichtengallenläuse repräsentieren eine eigene entomologische Familie (Adelgidae) mit in Mitteleuropa über 20 Arten wobei hier insbesondere drei Arten mit Blick auf die Fichte von Bedeutung sind: Die Rote Fichtengallenlaus (Adelges laricis; Synonym: Kleine Fichtengallenlaus), die Grüne Fichtengallenlaus (Sacchiphanthes viridis, Synonym: Große Fichtengallenlaus) sowie die Gelbe Fichtengallenlaus (Sacchiphantus abietes). Letztere durchläuft einen einjährigen Zyklus auf der Fichte (bevorzugt auf Picea abies und Picea sitchensis), die beiden anderen Arten durchlaufen einen zweijährigen Zyklus mit einem Wirtswechsel zur Lärche (Larix decidua). Fichtengallenläuse sind mit 1-2 mm recht klein (junge Larven teils auch nur 0,5 mm), tragen keine Siphonen und besitzen Wachsdrüsen zur Abgabe wolliger Sekrete, alle weiblichen Stadien legen Eier (keine Lebendgeburt). Das gemeinsame Symptom an der Fichte sind die je nach Art unterschiedlich großen, ananas- bis erdbeerförmigen Gallen (im Frühjahr grün, später braun und vertrocknend), die recht auffällig sind. In Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium scheiden die Tiere über ihre Wachsdrüsen eine Wachswolle aus, die ihren Körper bedeckt, aber teils auch zeitweise als wachsartige Überreste an den (verlassenen) Gallen erkennbar ist
Die Biologie der Grünen und Roten Fichtengallenlaus ist vergleichbar: Überwinterung der (Fundatrix)-Larve an den Fichtenknospen, im Frühjahr unter der Bildung von Wachswolle Eiablage und gemeinsames Saugen an den Trieben, in dessen Folge als Reaktion der Pflanze die ananasartigen Gallen entstehen (die jungen, an den Trieben saugenden Läuse werden von den anschwellenden Trieben umhüllt und damit eingeschlossen). Öffnung der Gallen im Juli/August (Rote Fichtengallenlaus: etwas Juni/Juli) und Abwanderung der geflügelten Läuse auf Lärche. Dort Eiablage, anschließend Überwinterung der Larven. Auf der Lärche weitere Entwicklung der Läuse als "Lärchenwolllaus" (Rote Fichtengallenlaus) bzw. ohne Wachswollbildung (Grüne Fichtengallenlaus), saugen dort an den Nadeln (Nadeln mit deutlicher Knickstelle, Vergilbung der Nadeln, teils Nadelfall). Ein Teil der Läuse wandert im Frühjahr wieder auf die Fichte, die anderen Tiere können jedoch auf der Lärche verbleiben und sich dort weiterentwickeln. Bei der Gelben Fichtengallenlaus erfolgt wie geschildert kein Wirtswechsel, die aus den Gallen schlüpfenden Läuse besiedeln somit den gleichen Baum oder andere, benachbarte Fichten. Bei der Roten Fichtengallenlaus sind die (vergleichsweise kleinen) Gallen endständig am Trieb anzutreffen, bei den beiden anderen Arten sind die Gallen im Vergleich größer und meist an der Triebbasis zu finden. Je nach Art erreichen die Einzelgallen die Größe einer Erbse oder Haselnuss (2-3 cm) und beherbergen bis zu 150 Läuse.
Vorbeugung und integrierte Bekämpfungsmaßnahmen:
Einschränkung der Verbreitung durch Entfernen der Gallen, bevor die Läuse sie verlassen (bis Mai). Einsatz von Insektiziden, bevor die Tiere in die Gallen einwandern (Austrieb), im Regelfall sind Fichtengallenläuse aber nicht bekämpfungswürdig. Artabhängig auf eine räumliche Trennung von Fichten zu Lärchen achten bzw. im Bedarfsfall eine dortige Bekämpfung der Tiere durchführen.

...einsetzbare Pflanzenschutzmittel (Gartenbau | Forst | Haus- und Kleingarten)

Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
LarixPicea
 
Verlassene Gallen (rechts geschnitten) (großes Bild)
Verlassene Gallen (rechts geschnitten)
Beginnende Zapfenbildung (keine Gallenbildung) (großes Bild)
Beginnende Zapfenbildung (keine Gallenbildung)
Noch geschlossene Galle (großes Bild)
Noch geschlossene Galle
Längs geschnittene Galle (großes Bild)
Längs geschnittene Galle

Starke Gallenbildung (großes Bild)
Starke Gallenbildung
Junge Fichtengallenläuse (am Trieb saugend) (großes Bild)
Junge Fichtengallenläuse (am Trieb saugend)
Abgeknickte Nadeln als Schadbild an der Lärche (großes Bild)
Abgeknickte Nadeln als Schadbild an der Lärche

Text: Thomas Lohrer/HSWT, Stand: Juni 2018

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